
Eine Berührung verändert alles! Die Heilung einer kranken Frau
Aus dem Evangelium des Markus (Mk 5,21 ; 25 – 34)
Jesus fuhr im Boot wieder ans andere Ufer hinüber und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn. ( … ) Viele Menschen folgten ihm und drängten sich um ihn. Darunter war eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt. Sie war von vielen Ärzten behandelt worden und hatte dabei sehr zu leiden; ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben, aber es hatte ihr nichts genutzt, sondern ihr Zustand war immer schlimmer geworden. Sie hatte von Jesus gehört. Nun drängte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berührte sein Gewand. Denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. Sofort hörte die Blutung auf und sie spürte deutlich, dass sie von ihrem Leiden geheilt war. Im selben Augenblick fühlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausströmte, und er wandte sich in dem Gedränge um und fragte: Wer hat mein Gewand berührt? Seine Jünger sagten zu ihm: Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drängen, und da fragst du: Wer hat mich berührt? Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte. Da kam die Frau, zitternd vor Furcht, weil sie wusste, was mit ihr geschehen war; sie fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein.
In keiner anderen Heilungsszene wird es so spürbar, dass sich zwischen einer Frau und Jesus ein solch atemberaubendes Verhältnis aufbaut, das diese Heilung überhaupt erst ermöglicht. Ich will hier nicht über die Ursache ihrer Erkrankung spekulieren, aber ein ständiger Blutfluss wird sie zur „Unreinen“ gemacht und damit zur völligen Ausgrenzung aus der Gesellschaft geführt haben. Alles hatte sie schon versucht um von diesem Leiden befreit zu werden aber nichts hatte ihr geholfen. In ihrer Verzweiflung wagt sie das Unmögliche, denn sie mischt sich unter die Männer und berührt das Gewand dieses „heiligen Mannes“, von dem sie gehört hatte und auf den sie nun all ihre Hoffnung setzte. Die Spannung in ihr, einerseits etwas „Verbotenes“ zu tun andererseits ihr ganzes Leben in die Hoffnung auf Heilung durch diesen Mann zu setzen, muss absolut an der Grenze des psychisch Möglichen gelegen haben. Und nun folgt „das Wunder“, denn es muss zu einer unglaublichen Spannungsentladung zwischen ihr und Jesus im Moment der Berührung gekommen sein, die Jesus wahrnahm und ihn aufmerksam werden ließ, denn so etwas muss auch für ihn äußerst ungewöhnlich gewesen sein. Er wendet sich sofort um und sucht nach ihr, ja er erlaubt ihr ihre Wahrheit vor allen Leuten auszusprechen und ich bin absolut sicher, dass er sie auch nach ihrem Namen fragte, um sie aus der Anonymität heraus zu führen und ihr Selbst aufzurichten! Wer es je erlebt hat der weiss, dass in einem solchem Moment der Heilung das pure Glück und ungeheure Liebe in die Seelen der Menschen strömt und Gott unmittelbar erfahrbar wird. Und was die Evangelisten uns verschweigen ist dennoch in den Seelen dieser beiden Menschen für immer und alle Zeit eingeschrieben, denn die so entstandene Liebe hat sie zu einem Paar werden lassen. Von diesem Moment an begleitete Maria, wie diese Frau damals nämlich hieß, Jesus bis unter das Kreuz, floh mit dessen Schwester Maria Magdalena nach dem Weggang von Jesus nach Frankreich und lebte mit ihr bis zu ihrem Tod dort in einer Höhle!
Die Glaubenskraft von Maria und ihre Liebe zu Jesus aber machen sie einmalig unter den Frauen und genau aus diesem Grund wurde sie von den Evangelisten aus den Schriften getilgt! Es ist aber die Liebe und das Vertrauen das diese Heilung bewirkt hat und kein unbegreifbares Wunder! Vertraut und liebt einander dann werdet ihr ein solches „Wunder“ auch erleben!