{"id":1099,"date":"2014-10-04T15:34:54","date_gmt":"2014-10-04T13:34:54","guid":{"rendered":"https:\/\/stefanmalsi.de\/blog\/?p=1099"},"modified":"2026-02-23T09:26:07","modified_gmt":"2026-02-23T08:26:07","slug":"1099","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stefanmalsi.de\/blog\/allgemein\/1099","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\"><strong>Evangelium nach Maria Magdalena<\/strong><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"line-height: 1.714285714; font-size: 1rem;\">____________________________________________________________<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Das Evangelium der Maria (manchmal auch: Evangelium der Maria Magdalena) geh\u00f6rt zu den <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Apokryphen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apokryphen<\/a> des Neuen Testaments. Es handelt sich um eine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gnostizismus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">gnostische<\/a> Schrift, die auf etwa 160 n.\u00a0Chr. datiert wird.\u00a0Bei der Maria, die dem Evangelium den Namen gegeben hat, handelt es sich m\u00f6glicherweise um Maria Magdalena. Da im Text selbst jedoch nur allgemein von \u201eMaria\u201c die Rede ist, bleibt diese Zuordnung unsicher.\u00a0Das Evangelium besteht im ersten Teil aus Dialogen zwischen dem auferstandenen Jesus und seinen J\u00fcngern und J\u00fcngerinnen. Es enth\u00e4lt au\u00dferdem im zweiten Teil eine Vision Maria Magdalenas. Die beiden Teile scheinen urspr\u00fcnglich voneinander unabh\u00e4ngig gewesen zu sein. Verbunden werden sie durch die Figur der Maria, die am Ende des ersten Teils auftritt. Im zweiten Teil ist ihre Rolle deutlich ausgepr\u00e4gter, so dass der Titel Evangelium der Maria streng genommen nur auf den zweiten Teil des Apokryphons passt. Nach allgemeiner Forschungsmeinung war das Original der Schrift in griechischer Sprache verfasst.\u00a0Das Evangelium ist nicht vollst\u00e4ndig erhalten, sondern nur als Fragment. Die Seiten 1\u20136 und 11\u201314 der insgesamt 18 Seiten umfassenden Schrift sind verloren. Der erhaltene Textbestand des Werks ist in sahidisch, einem koptischen Dialekt, verfasst und im Kodex Berolinensis 8502 enthalten, der ins 5. Jh. datiert. Daneben existieren zwei sp\u00e4ter gefundene griechische Fragmente, von denen eines in wenigen Punkten von der koptischen Fassung abweicht, w\u00e4hrend das andere mit dem koptischen Text \u00fcbereinstimmt. (Quelle: Wikipedia)<\/p>\n<p><strong>Evangelium der Maria Magdalena:<\/strong>\u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/stefanmalsi.de\/downloads\/Evangelium-der-Maria-Magdalena.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Download<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">___________________________________________________________________________<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Text:<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWird Materie nun zerst\u00f6rt oder nicht?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Retter sprach: \u201eAlles Nat\u00fcrliche, jede Form, s\u00e4mtliche Kreaturen existieren in- und miteinander, und sie l\u00f6sen sich wieder in das auf, aus dem sie entstanden sind. Denn die Natur der Materie kann sich nur wieder in ihre eigenen Wurzeln aufl\u00f6sen. Jener, der zwei Ohren besitzt, den lasset h\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Petrus sprach zu ihm: \u201eNachdem du uns alles erkl\u00e4rt hast, erz\u00e4hle uns auch dies: Was ist die Welts\u00fcnde.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Retter sprach: \u201eEs gibt keine S\u00fcnde. Ihr erschafft S\u00fcnde mit den Dingen, die ihr tut, dies ist z.B. die Natur des Ehebruchs, die S\u00fcnde genannt werden kann. Das ist der Grund, wieso das Gute in eure Mitte trat, als Essenz einer jeden Natur, um sie wieder zu Seinen Wurzeln zur\u00fcckzuf\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann fuhr Er fort und sprach: \u201eDies ist der Grund, wieso ihr krank werdet und sterbt. Jener der verstehen kann, der verstehe. Die Materie gebar eine Leidenschaft (Leid?), der keiner ebenb\u00fcrtig ist und aus etwas der Natur Gegens\u00e4tzlichem entstand. Denn darauf folgt eine St\u00f6rung des ganzen K\u00f6rpers. Dies ist auch der Grund, wieso ich sagte: \u201aSeid guten Mutes!\u2019, wenn ihr entmutigt seid, seid mutig in der Gegenwart der verschiedenen Formen der Natur. Jener der Ohren hat, der h\u00f6re.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als der Gesegnete dies sagte, gr\u00fc\u00dfte Er sie alle und sprach: \u201eFriede sei mit euch. Empfangt meinen Frieden in euch. Achtet darauf, dass euch niemand in die Irre f\u00fchrt, indem er sagt: \u201aSeht hier, seht dort\u2026\u2019, denn der Sohn Gottes ist in euch. Folget Ihm! Jene, die Ihn suchen, werden Ihn auch finden. Gehet hin und prediget das Evangelium des K\u00f6nigreichs. Legt nicht s\u00e4mtliche Regeln beiseite, die ich euch mitteilte, und gebt kein Gesetz auf, so wie es die Gesetzesgeber tun und euch somit beschr\u00e4nken.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Er dies gesprochen, verschwand er. Doch sie waren betr\u00fcbt. Sie weinten sehr und sagten: \u201eWie sollen wir zu den Heiden gehen und das K\u00f6nigreich des Sohn Gottes predigen? Wenn sie Ihn schon nicht verschonten, wieso sollten sie uns schonen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann erhob sich Maria Magdalena, begr\u00fc\u00dfte sie alle und sagte zu ihren Br\u00fcdern: \u201eWeint nicht, seid weder betr\u00fcbt noch unentschlossen. Denn Seine Gnade wird vollkommen f\u00fcr uns sein und wird euch besch\u00fctzen. Lasset uns besser seine Gro\u00dfartigkeit preisen, denn Er hat sie f\u00fcr uns vorbereitet und dies machte uns zu Menschen.\u201c Als Maria dies sagte, wandte sie ihre Herzen zum Guten und dann diskutierten sie die Worte des Retters.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Petrus sagte zu Maria: \u201eSchwester, wir wissen, dass der Retter dich mehr liebte als alle anderen Frauen. Berichte uns von den Worten des Retters, die du erinnerst \u2013 die du kennst und wir nicht oder von denen wir noch nie geh\u00f6rt haben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Maria antwortete und sagte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas dir verborgen, werde ich dir kundtun.\u201c Und sie sprach zu ihnen die Worte: \u201eIch\u2026\u201c, sprach sie, \u201eIch sah Christus in einer Vision und ich sprach zu ihm:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2019 Christus, ich sah dich heute in einer Vision.\u2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er antwortete darauf und meinte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2019 Sei gesegnet daf\u00fcr, dass du nicht gezaudert hast, als du mich erblicktest. Denn dort, wo der Geist ist, da ist der Hort.\u2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich sprach zu ihm:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2019 Christus, wie sieht Er in einer Vision, die durch die Seele oder durch den Geist gesehen wird?\u2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da antwortete der Retter und sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2019 Er sieht weder durch die Seele noch den Geist, sondern durch den Verstand, welcher zwischen diesen beiden steht \u2013 das ist es, wie man eine Vision sieht.\u2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Der mittlere Teil des Originaltextes fehlt an dieser Stelle.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2019Ich sah nicht, wie du herabstiegst, aber jetzt sehe ich, wie du aufsteigst. Wieso l\u00fcgst du also, weil du zu mir geh\u00f6rst?\u2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Seele antwortete und sprach:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2019 Ich sah dich. Und du hast mich weder gesehen noch erkannt. Ich diente dir einst als Gewand und du hast mich nicht erkannt!\u2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als sie (die Macht) das ausgesprochen hatte, verschwand sie lachend (frohlockend):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danach kam es auf die dritte Macht an, die da Ignoranz lautet. Sie (die Macht) befragte die Seele: \u2019 Wohin gehst du? In Boshaftigkeit wirst du gebannt, urteile nie!\u2019 Und die Seele sagte: \u2019 Wieso verurteilst du mich, obwohl ich dich nicht verurteilt habe? Ich war gebunden, doch habe nie gebunden. Ich bin nicht erkannt worden. Aber ich habe erkannt, dass sich die Ganzheit aufl\u00f6sen wird, sowohl die Irdischen Dinge als auch die Himmlischen.\u2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als die Seele die dritte Macht besiegt hatte, stieg sie weiter auf und erkannte die vierte Macht, die sieben Formen besa\u00df. Die erste Form war die Dunkelheit, die zweite das Verlangen, die dritte die Ignoranz, die vierte die Furcht vor dem Tode, die f\u00fcnfte das K\u00f6nigreich des Fleisches, die sechste die n\u00e4rrische Weisheit des Fleisches und die siebte die zornige Weisheit. Diese sind die sieben M\u00e4chte des Zorns.\u2019 Sie (die M\u00e4chte) befragen die Seele: \u2019 Woher kommst du, Menschenm\u00f6rder, oder wohin gehst du, Welteneroberer?\u201c Die Seele antwortete und sprach: \u201eWas mich einst gebunden ist nun befreit, und was mich umgab, ist nun \u00fcberwunden worden, und die Ignoranz ist besiegt. In einer Welt wurde ich von der Welt befreit, in einer Art himmlischen Gestalt sowie von den Fesseln der Vergessenheit, die verg\u00e4nglich ist. Von jetzt an werde ich f\u00fcr den Rest der Zeit, der Jahreszeiten, der \u00c4onen, in Stille beabsichtigen.\u2019<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Maria dies gesprochen hatte, fiel sie in Stille, denn das war der Moment, als der Retter mit ihr gesprochen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch Andreas antwortete und sagte zu den J\u00fcngern:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSprecht, was sagt ihr dar\u00fcber, was sie eben erz\u00e4hlt hat? Ich bin der letzte der glaubt, dass dies der Erl\u00f6ser gesagt hat. Diese Lehre ist sicherlich eine befremdliche Vorstellung.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Petrus antwortete und sprach die gleichen Dinge betreffend. Er befragte sie nach dem Retter:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSprach Er wirklich ohne unser Wissen mit einer Frau und das nicht \u00f6ffentlich? Sollen wir uns ihr nun zuwenden und ihr k\u00fcnftig zuh\u00f6ren? Hat er sie uns vorgezogen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann weinte Maria und sagte zu Petrus:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMein Bruder Petrus, was denkst du denn? Denkst du, dass ich mir all dies in meinem Herzen ausgedacht habe oder dass ich \u00fcber unseren Retter L\u00fcgen erz\u00e4hle?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Levi (Matth\u00e4us) antwortete und sagte zu Petrus:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201ePetrus, du warst schon immer temperamentvoll. Nun sehe ich, wie du dich gegen diese Frau aufb\u00e4umst als w\u00e4re sie dein Gegner. Denn wenn der Retter sie als wertvoll erachtete, wieso m\u00f6chtest du sie dann ablehnen? Der Retter kennt sie sicherlich sehr gut. Das ist der Grund, wieso er sie mehr liebte als uns. Wir sollten uns besser sch\u00e4men und lieber daf\u00fcr sorgen, den perfekten Menschen in uns und f\u00fcr uns zu leben, so wie Er es uns aufgetragen hat. Lasst uns das Evangelium predigen und nicht Gesetze aufstellen, die jenseits dessen stehen, die uns der Retter mitgeteilt hat.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danach begonnen sie zu verk\u00fcnden und zu predigen\u2026 (Ende)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Teil 1<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eWird Materie nun zerst\u00f6rt oder nicht?\u201c<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der Retter sprach: \u201eAlles Nat\u00fcrliche, jede Form, s\u00e4mtliche Kreaturen existieren in- und miteinander, und sie l\u00f6sen sich wieder in das auf, aus dem sie entstanden sind. Denn die Natur der Materie kann sich nur wieder in ihre eigenen Wurzeln aufl\u00f6sen. Jener, der zwei Ohren besitzt, den lasset h\u00f6ren.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon dieser erste Satz l\u00e4sst jeden \u201eordentlich Gl\u00e4ubigen\u201c abwinken, denn hier wird eigentlich die uns bekannte \u201eOrdnung der Natur\u201c aufgehoben, wird ein Modell vorgeschlagen, dass \u201ealles mit allem\u201c verkn\u00fcpft und Materie sowie Kreatur als \u201ein eigener Wurzel\u201c aufl\u00f6sbar bezeichnet. Nun, f\u00fcr \u201eChristen\u201c und Naturwissenschaftler er\u00fcbrigt sich ein Weiterlesen aber f\u00fcr den der erkannt hat, dass wir wirklich \u201eim Geiste Gottes\u201c leben, beginnt der Text mit einer v\u00f6llig logischen Einleitung und die Neugier ist geweckt. Diese generelle Andersartigkeit der Weltbetrachtung l\u00e4sst sich nur begreifen, wenn man erlebt hat, dass auf dem Weg zu Gott zwei Bewusstseinsstufen zu erklimmen sind, die das eigene Erleben und Begreifen komplett ver\u00e4ndern. Zwei Bewusstseinszust\u00e4nde bewirken zwei Denkwelten und somit auch zwei Weltanschauungen. Unvereinbar aber nicht un\u00fcberbr\u00fcckbar!<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Teil 2<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Petrus sprach zu ihm: \u201eNachdem du uns alles erkl\u00e4rt hast, erz\u00e4hle uns auch dies: Was ist die Welts\u00fcnde.\u201c<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der Retter sprach: \u201eEs gibt keine S\u00fcnde. Ihr erschafft S\u00fcnde mit den Dingen, die ihr tut, dies ist z.B. die Natur des Ehebruchs, die S\u00fcnde genannt werden kann. Das ist der Grund, wieso das Gute in eure Mitte trat, als Essenz einer jeden Natur, um sie wieder zu Seinen Wurzeln zur\u00fcckzuf\u00fchren.\u201c<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dann fuhr Er fort und sprach: \u201eDies ist der Grund, wieso ihr krank werdet und sterbt. Jener der verstehen kann, der verstehe. Die Materie gebar eine Leidenschaft (Leid?), der keiner ebenb\u00fcrtig ist und aus etwas der Natur Gegens\u00e4tzlichem entstand. Denn darauf folgt eine St\u00f6rung des ganzen K\u00f6rpers. Dies ist auch der Grund, wieso ich sagte: \u201aSeid guten Mutes!\u2019, wenn ihr entmutigt seid, seid mutig in der Gegenwart der verschiedenen Formen der Natur. Jener der Ohren hat, der h\u00f6re.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt keine S\u00fcnde?! Was f\u00fcr eine Aussage!! Der pure Hohn f\u00fcr alle Dogmatiker und Moraltheologen! Wenn man sich mit dem \u201eWesen Mensch\u201c eingehend besch\u00e4ftigt kommt man aber bald dahinter, dass die \u201eFreiheit\u201c des Menschen eine h\u00f6chst fragw\u00fcrdige Angelegenheit ist und man zun\u00e4chst alle psychologisch und neurologisch bedingten Zw\u00e4nge verstehen sollte bevor man einem Menschen s\u00fcndhaftes Handeln unterstellt. Aus den reinen \u201eLeidenschaften\u201c \u2013 heute w\u00fcrde man wohl Trieben sagen \u2013 entstehen im menschlichen Miteinander Verletzungen der Seele. V\u00f6llig korrekt w\u00e4hlt hier Jesus als Beispiel den Ehebruch denn es f\u00e4llt nicht schwer die Entstehung des Leids auf dieser Welt auf den \u2013 vor allem m\u00e4nnlichen \u2013 Sexualtrieb zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Verletzungen der Seele aber st\u00f6ren die innere Ordnung und der Ausbruch von neurotisch bedingten Krankheiten ist nicht fern. Das \u201eGute\u201c \u2013 heute w\u00fcrden wir auch Licht sagen \u2013 trat also vor allem deswegen in die Welt um diesen zwangsl\u00e4ufigen Prozess der Evolution umzukehren und sowohl Geist als auch K\u00f6rper zu heilen. Dieser Weg ist nicht ganz ohne Anstrengung und Gefahr und so kann man die Aufmunterung Jesu: \u201aSeid guten Mutes!\u2019 auch gut gebrauchen!<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Teil 3<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Als der Gesegnete dies sagte, gr\u00fc\u00dfte Er sie alle und sprach: \u201eFriede sei mit euch. Empfangt meinen Frieden in euch. Achtet darauf, dass euch niemand in die Irre f\u00fchrt, indem er sagt: \u201aSeht hier, seht dort\u2026\u2019, denn der Sohn Gottes ist in euch. Folget Ihm! Jene, die Ihn suchen, werden Ihn auch finden. Gehet hin und prediget das Evangelium des K\u00f6nigreichs. Legt nicht s\u00e4mtliche Regeln beiseite, die ich euch mitteilte, und gebt kein Gesetz auf, so wie es die Gesetzesgeber tun und euch somit beschr\u00e4nken.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klarer kann man das nicht ausdr\u00fccken! Der Sohn Gottes, Christus, ist in uns zu finden, nirgends sonst. Jesus meint sich da \u00fcbrigens nicht selbst, er ist ja Jesus aus Nazareth und nicht Christus, der Sohn Gottes. Das war den Zuh\u00f6rern damals auch v\u00f6llig klar, denn diese Gleichsetzung fand ja erst viel sp\u00e4ter im Laufe der Entstehung der \u201eChristlichen Religion\u201c statt! \u201eHaltet euch an meine Worte aber erstellt kein neues Regelwerk wie es die Gesetzgeber tun!\u201c, ist schon alles was er uns sagen wollte, denn mehr braucht es auch nicht!<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Teil 4<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Petrus sagte zu Maria: \u201eSchwester, wir wissen, dass der Retter dich mehr liebte als alle anderen Frauen. Berichte uns von den Worten des Retters, die du erinnerst \u2013 die du kennst und wir nicht oder von denen wir noch nie geh\u00f6rt haben.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Maria antwortete und sagte:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eWas dir verborgen, werde ich dir kundtun.\u201c Und sie sprach zu ihnen die Worte: \u201eIch\u2026\u201c, sprach sie, \u201eIch sah Christus in einer Vision und ich sprach zu ihm:<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u2019 Christus, ich sah dich heute in einer Vision.\u2019<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Er antwortete darauf und meinte:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u2019 Sei gesegnet daf\u00fcr, dass du nicht gezaudert hast, als du mich erblicktest. Denn dort, wo der Geist ist, da ist der Hort.\u2019<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ich sprach zu ihm:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u2019 Christus, wie sieht Er in einer Vision, die durch die Seele oder durch den Geist gesehen wird?\u2019<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Da antwortete der Retter und sprach:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u2019 Er sieht weder durch die Seele noch den Geist, sondern durch den Verstand, welcher zwischen diesen beiden steht \u2013 das ist es, wie man eine Vision sieht.\u2019<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser erste Teil von Marias Rede mutet wie eine innere Zwiesprache mit Christus \u00fcber ihren Bruder Jesus an, denn sie fragt IHN nach der Art wie \u201eEr\u201c denn eine Vision sieht. Christus \u201eerkl\u00e4rt\u201c ihr dies mit den Worten: \u201eEr sieht weder durch die Seele noch den Geist, sondern durch den Verstand\u201c wobei man zum besseren Verst\u00e4ndnis anstelle der Worte \u201eSeele und Geist\u201c wohl \u201eTraum und Eingebung\u201c setzen sollte, denn diese Art \u201eVisionen\u201c d\u00fcrften Jesus weitgehend fremd gewesen sein. Der Verstand aber ist es der Jesus durch sein Leben leitete! Seine Person brauchte keine Visionen, wenn man mal von seiner Berufung absieht, er lebte \u201ein Vollmacht\u201c, durchdachte mit seinem Verstand die Sch\u00f6pfung und entschied nach freiem Willen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Teil 5<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u2019Ich sah nicht, wie du herabstiegst, aber jetzt sehe ich, wie du aufsteigst. Wieso l\u00fcgst du also, weil du zu mir geh\u00f6rst?\u2019<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Seele antwortete und sprach:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u2019 Ich sah dich. Und du hast mich weder gesehen noch erkannt. Ich diente dir einst als Gewand und du hast mich nicht erkannt!\u2019<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Als sie (die Macht) das ausgesprochen hatte, verschwand sie lachend (frohlockend):<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Danach kam es auf die dritte Macht an, die da Ignoranz lautet. Sie (die Macht) befragte die Seele: \u2019 Wohin gehst du? In Boshaftigkeit wirst du gebannt, urteile nie!\u2019<\/em><em style=\"line-height: 1.714285714; font-size: 1rem;\">\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Und die Seele sagte: \u2019 Wieso verurteilst du mich, obwohl ich dich nicht verurteilt habe? Ich war gebunden, doch habe nie gebunden. Ich bin nicht erkannt worden. Aber ich habe erkannt, dass sich die Ganzheit aufl\u00f6sen wird, sowohl die Irdischen Dinge als auch die Himmlischen.\u2019<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Als die Seele die dritte Macht besiegt hatte, stieg sie weiter auf und erkannte die vierte Macht, die sieben Formen besa\u00df. Die erste Form war die Dunkelheit, die zweite das Verlangen, die dritte die Ignoranz, die vierte die Furcht vor dem Tode, die f\u00fcnfte das K\u00f6nigreich des Fleisches, die sechste die n\u00e4rrische Weisheit des Fleisches und die siebte die zornige Weisheit. Diese sind die sieben M\u00e4chte des Zorns.\u2019 Sie (die M\u00e4chte) befragen die Seele: \u2019 Woher kommst du, Menschenm\u00f6rder, oder wohin gehst du, Welteneroberer?\u201c Die Seele antwortete und sprach: \u201eWas mich einst gebunden ist nun befreit, und was mich umgab, ist nun \u00fcberwunden worden, und die Ignoranz ist besiegt. In einer Welt wurde ich von der Welt befreit, in einer Art himmlischen Gestalt sowie von den Fesseln der Vergessenheit, die verg\u00e4nglich ist. Von jetzt an werde ich f\u00fcr den Rest der Zeit, der Jahreszeiten, der \u00c4onen, in Stille beabsichtigen.\u2019<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Textteil beschreibt Maria ihr subjektives psychisches Erleben w\u00e4hrend ihres Aufstiegs zur Reinheit. Damals waren Zusammenh\u00e4nge der Psychologie nicht bekannt und hilfreiche Literatur gab es \u00fcberhaupt nicht. Also w\u00e4hlte Maria eine Bildersprache mit der sie diesen inneren Konversionsprozess ihren Zuh\u00f6rern begreiflich machen konnte. Interessant dabei ist sowohl das \u201eStufenkonzept\u201c als auch die \u201esieben Formen der vierten Macht\u201c die sie als Modell w\u00e4hlt um ihre Erlebnisse zu beschreiben. In den kanonischen Evangelien wird erw\u00e4hnt, dass Maria Magdalena von 7 D\u00e4monen heimgesucht war, was auf schwerste Zerst\u00f6rungen ihrer Psyche durch entsprechende Erlebnisse hinweist. All diesen \u201eD\u00e4monen\u201c aber begegnet sie auf ihrer Reise erneut, muss ihnen widerstehen und sie \u00fcberwinden. Sie d\u00fcrfte damals einen sehr harten Weg gehabt haben und dennoch hat sie sich von allen Fesseln befreien k\u00f6nnen, wurde innerhalb dieser Welt von dieser Welt befreit und hat die \u201eStille\u201c gefunden. Dieser Text ist wahrlich ein gro\u00dfartiges Zeugnis vom Weg zur Erleuchtung und da ihn damals wohl nur sie und ihr Bruder geschafft haben d\u00fcrfte sich es bei dieser Schilderung um einen authentischen Bericht von Maria Magdalena handeln!<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Teil 6<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Als Maria dies gesprochen hatte, fiel sie in Stille, denn das war der Moment, als der Retter mit ihr gesprochen hatte.<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Doch Andreas antwortete und sagte zu den J\u00fcngern:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eSprecht, was sagt ihr dar\u00fcber, was sie eben erz\u00e4hlt hat? Ich bin der letzte der glaubt, dass dies der Erl\u00f6ser gesagt hat. Diese Lehre ist sicherlich eine befremdliche Vorstellung.\u201c<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Petrus antwortete und sprach die gleichen Dinge betreffend. Er befragte sie nach dem Retter:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eSprach Er wirklich ohne unser Wissen mit einer Frau und das nicht \u00f6ffentlich? Sollen wir uns ihr nun zuwenden und ihr k\u00fcnftig zuh\u00f6ren? Hat er sie uns vorgezogen?\u201c<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dann weinte Maria und sagte zu Petrus:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eMein Bruder Petrus, was denkst du denn? Denkst du, dass ich mir all dies in meinem Herzen ausgedacht habe oder dass ich \u00fcber unseren Retter L\u00fcgen erz\u00e4hle?\u201c<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Levi (Matth\u00e4us) antwortete und sagte zu Petrus:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201ePetrus, du warst schon immer temperamentvoll. Nun sehe ich, wie du dich gegen diese Frau aufb\u00e4umst als w\u00e4re sie dein Gegner. Denn wenn der Retter sie als wertvoll erachtete, wieso m\u00f6chtest du sie dann ablehnen? Der Retter kennt sie sicherlich sehr gut. Das ist der Grund, wieso er sie mehr liebte als uns. Wir sollten uns besser sch\u00e4men und lieber daf\u00fcr sorgen, den perfekten Menschen in uns und f\u00fcr uns zu leben, so wie Er es uns aufgetragen hat. Lasst uns das Evangelium predigen und nicht Gesetze aufstellen, die jenseits dessen stehen, die uns der Retter mitgeteilt hat.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Danach begonnen sie zu verk\u00fcnden und zu predigen\u2026<\/em> (Ende)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutlicher kann es kaum \u00fcberliefert werden, dass die J\u00fcnger keinen blassen Schimmer hatten was Maria da eigentlich erz\u00e4hlte. Diese Szene d\u00fcrfte kurz nach \u201ePfingsten\u201c stattgefunden haben und der Erkenntnisstand den man nach dem \u201eEmpfang des heiligen Geistes\u201c hat reicht bei weitem nicht aus, diese Schilderungen des weiteren Verlaufs des \u201ePfades zur Weisheit\u201c zu begreifen. Andreas und Petrus lassen erkennen, dass eine Wesens\u00e4nderung in ihnen noch nicht stattgefunden hat und lediglich Levi ergreift Position f\u00fcr Maria. So zogen die J\u00fcnger aus und begannen das zu predigen was sie verstanden hatten, aber das war eben nur ein Teil seiner Erkenntnisse. Sie konnten mit diesem Erkenntnisstand aber nicht wissen dass ihre Worte nicht \u201ef\u00e4lschungssicher\u201c waren und sie bald bis zur Unkenntlichkeit ver\u00e4ndert werden w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Evangelium der Maria Magdalena:<\/strong>\u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/stefanmalsi.de\/downloads\/Evangelium-der-Maria-Magdalena.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Download<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Evangelium nach Maria Magdalena ____________________________________________________________ \u00a0Das Evangelium der Maria (manchmal auch: Evangelium der Maria Magdalena) geh\u00f6rt zu den Apokryphen des Neuen Testaments. Es handelt sich um eine gnostische Schrift, die auf etwa 160 n.\u00a0Chr. datiert wird.\u00a0Bei der Maria, die dem Evangelium den Namen gegeben hat, handelt es sich m\u00f6glicherweise um Maria Magdalena. 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